Neurologie

Embryonal gesehen kann man zumindest die Netzhaut mit dem Sehnervenkopf als einen ausgelagerten Teil des Gehirns betrachten. Nicht nur aus Sicht der Sehnerven, sondern auch mit Blick auf die Mikrozirkulation gibt es viele Ähnlichkeiten und enge Zusammenhänge zum Gehirn. Studien, die den Zusammenhang zwischen Gefäßzustand und autoregulativen Funktionen der Netzhaut mit Depressionen, Alzheimer-Erkrankung, vaskuläre Demenz und Schlaganfall herstellen, verwundern daher kaum.

Die Parameter der statischen und dynamischen Gefäßanalyse lassen auf das zerebrovaskuläre Risiko wie von Schlaganfällen und dem Schweregrad der sogenannten »Small vessel diseases« rückschließen. Änderungen der Parameter der retinalen Gefäßanalyse sind assoziiert mit der Häufigkeit von Läsionen der weißen Substanz im MRT sowie mit dem Schweregrad demenzieller Erkrankungen. Es gibt Hinweise, dass man mittels Parameter der retinalen Gefäßanalyse auch eine Subtypisierung zwischen mikro- und makrovaskulären Schlaganfällen treffen kann.

Mittels dynamischer Gefäßanalyse kann man nicht nur die NO-abhängige Endothelfunktion, sondern auch die neurovaskuläre Kopplung, die myogene Autoregulation sowie deren Änderungen bei verschiedenen systemischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus und arterieller Hypertonie untersuchen und wichtige Informationen über die Physiologie und Pathophysiologie des Gehirns erhalten.