Intraokulardruck und Funktionsdiagnostik der Autoregulation

Imedos hat die wichtige Bedeutung eines erhöhten retinalen Venendruckes für Augenerkrankungen, wie z. B. Glaukom, schon sehr früh erkannt. Bis Mitte 2019 haben wir Ihnen an dieser Stelle das Kontaktglasdynamometer nach Löw angeboten, mit dem ein erhöhter retinaler Venendruck erfasst werden konnte.

Heute können wir Ihnen eine bessere Alternative anbieten. Den IOPstim – ein innovatives Gerät zur:

  • Bestimmung eines erhöhten Retinalen Venendruckes (RVP) im Rahmen der Ophthalmodynamometrie
  • Stimulation bzw. Provokation der Mikrozirkulation zur Funktionsdiagnostik der Autoregulation

Eigenschaften & Vorteile

  • Lieferumfang: Basiseinheit inklusive Fußtaster, Steckernetzteil, Brillenrahmen inkl. Aufnahme und 50 Stimulationsballons
  • Einfache, intuitive Steuerung über fünf Drucktaster an der Vorderseite der Basiseinheit und einen Doppelfußtaster
  • Schonende Modifikation des IOP bei freier Pupille
  • Schonender seitlicher Druck auf das Auge im Lidwinkel ohne direkten Hornhautkontakt
  • Sehr gute Verträglichkeit durch Patienten
  • Keine Anästhesie am Bereich des Ballonkontaktes am Auge erforderlich
  • Einfache Bestimmung des RVP mittels eines externen Tonometers
  • Keine Eichung (Skalierung) des IOPstim erforderlich

Ophthalmodynamometrie: Der IOPstim zur Bestimmung eines erhöhten RVP

Der RVP ist ein wichtiger Durchblutungsparameter der Netzhaut. Ein erhöhter RVP gilt als Risikofaktor für zahlreiche Augenerkrankungen, wie z.B. Glaukom, Netzhautgefäßverschlüssen und diabetische Retinopathie.

»Ein Drittel aller Glaukompatienten hat einen retinalen Venendruck, der höher ist, als der Augeninnendruck. Dadurch ist die Durchblutung der Netzhaut und Sehnervenfasern stärker beeinträchtigt als bisher angenommen.«

2017, Prof. Dr. med. R. Stodtmeister, Augenklinik des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden

Untersuchungsprinzip

Zunächst wird auf der Papille nach dem spontanen Venenpuls gesucht. Ist dieser sichtbar, dann entspricht der retinale Venendruck (RVP) dem Intraokulardruck (IOP). Der Intraokulardruck bestimmt in diesem Fall den Perfusionsdruck und die Durchblutung des Auges.

Ist kein spontaner Venenpuls sichtbar, empfiehlt sich eine Messung des RVP. In diesem Fall ist der RVP höher als der IOP und bestimmt, anstelle des IOP, die Durchblutung des Auges.

Der IOPstim ermöglicht eine einfache, schmerzfreie und schonende Erhöhung des Intraokulardruckes:

  • Positionierung und Einstellung des IOPstim
  • Unter Beobachtung der Papille: Langsames Aufpumpen der Ballons im Lidwinkel des Auges zur Erhöhung des IOPs
  • Sobald der spontane Venenpuls auf der Papille sichtbar ist (visuelles Kriterium): Stoppen der Druckerhöhung am IOPstim und konstantes Halten des erhöhten IOP
  • Dieser aktuell erhöhte IOP entspricht dem Wert des RVP und kann mit einem externen Tonometer gemessen werden
  • Nach erfolgreicher Tonometer-Messung: Langsames Absenken des Ballon-Druckes zur Senkung des IOP und Entlastung des Auges

Funktionsdiagnostik der Autoregulation

Der IOPstim kann ebenfalls zur Untersuchung der Funktion der Autoregulation der Netzhaut eingesetzt werden. Eine intakte Autoregulation hält die Mikrozirkulation gesund. Ist die Autoregulation jedoch überfordert oder gestört, besteht also eine sogenannte Dysregulation, kommt es zu Störungen der Mikrozirkulation.

Der Schweregrad dieser Dysregulation ist in vielen Fällen ein wichtiger Risikofaktor und Prognoseindikator für vaskuläre Netzhauterkrankungen und deren Progression, z. B. Glaukom, diabetische Retinopathie und Gefäßverschlüsse.

Funktionsprinzip

Zur Funktionsdiagnostik der Autoregulation mit dem IOPstim wird der Intraokulardruck zunächst wie im Abschnitt Ophthalmodynamometrie beschrieben erhöht und die Durchblutung der Netzhaut damit kurzfristig gestört.

Mit dem DVA 3.0 kann parallel zu dieser Druckerhöhung die Gefäßantwort der großen Netzhautgefäße oder auch der Kapillaren aufgezeichnet werden.

Die Gefäßantwort beschreibt die Funktion der Autoregulation gegen Perfusionsdruckstörungen und ermöglicht die Bestimmung einer Dysfunktion und deren Schweregrad.

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